EU-Parlament beschließt heute neue Regeln für das Weiterverkaufen von Krediten durch Banken / "Mit dem Immerneuverpacken muss Schluss sein"

Straßburg, 26. Oktober 2017 -  "Was Gift war, wollen wir zur Arznei machen", erläutert der Europaabgeordnete Othmar Karas die neuen Regeln für Verbriefungen, die das EU-Parlament heute beschließt.

"In der amerikanischen Subprime-Krise haben wir gesehen, wie Überdosierung und fehlende Regeln Verbriefungen zu Brandbeschleunigern gemacht haben. Jetzt ziehen wir neue, klare und strenge Regeln ein, damit Verbriefungen wieder eine sinnvolle volkswirtschaftliche Aufgabe übernehmen können", so Karas.

Wenn Banken offene Kredite oder andere Vermögenswerte in Paketen als handelbare Wertpapiere weiterverkaufen, bezeichnet man das als Verbriefung.

Kern der neuen Regeln sind neue Kapital- und Transparenzvorschriften sowie ein Verbot von Wiederverbriefungen. "Mit dem Immerneuverpacken muss Schluss sein. Banken dürfen solche Pakete nicht mit anderen Paketen zusammen verpacken und erneut weiterverkaufen", so Karas.

"Die Verbriefung soll bewirken, dass Risiken von jenen getragen werden, die dazu am besten in der Lage sind, dass neue Investitionsmöglichkeiten geschaffen und wieder mehr Kredite an Haushalte und Unternehmen vergeben werden", sagte der Europaabgeordnete.

Karas war Verhandlungsführer des EU-Parlaments für die neuen Regeln, die nach der Einigung mit den EU-Mitgliedstaaten heute vom Europäischen Parlament beschlossen werden.

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