Erasmus+: EU-Programme für Bildung, Jugend und Sport künftig unter einem Dach

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 „Von der formalen und non-formalen Bildung über die Jugend bis hin zum Sport - ab 2014 können alle EU-Förderprogramme in diesen Bereichen unter einem Dach durchgeführt werden“, erklärte die EVP-Abgeordnete Doris Pack im Vorfeld der Plenarabstimmung über das Programm Erasmus+ am Dienstagmittag.

„Damit wird eine Erfolgsgeschichte europäischer Politik fortgeführt und weiterentwickelt“, so die Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung und für das Dossier zuständige Berichterstatterin und Verhandlungsführerin des EU-Parlaments.

Bewährtes sei erhalten und wichtige Neuerungen erreicht worden: „Erasmus-Stipendiaten können ihr Auslandsstudium künftig flexibler gestalten. Für Master-Studierende wird versuchsweise die Möglichkeit eingeführt, ein Darlehen zur Finanzierung ihres Studiums zu beantragen.“ Im Programm Comenius würde das Online-Portal eTwinning gestärkt und zur Grundlage für alle Schulpartnerschaften, so Pack weiter.

„Und im Programm Grundtvig sollen es Volkshochschulen künftig leichter haben, über das Internet Partnerschaften mit anderen Organisationen der Erwachsenenbildung zu pflegen.“

Das Paket Erasmus+ wird für den Zeitraum 2014-2020 gelten. Es umfasst neben den Hochschulprogrammen Erasmus (für Studierende) und Jean Monnet (für die internationale Hochschulkooperation) auch die anderen Bildungsprogramme Comenius (für Schüler bis zur Sekundarstufe II), Leonardo da Vinci (für Azubis) und Grundtvig (für den Bereich der Erwachsenenbildung) sowie außerdem Jugend in Aktion und erstmals einen eigenen Förderbereich Sport: „Nachdem die EU durch den Lissabon-Vertrag mehr im Bereich Sport tun kann, bin ich froh, dass wir nun durch Erasmus+ an die viel versprechenden Ansätze der letzten Jahre anknüpfen können.“

Doris Pack stellte den großen Erfolg des Programms Jugend in Aktion und desdazu gehörenden Europäischen Freiwilligendienstes heraus und erinnerte daran, dass es das immer wieder geforderte „Erasmus für Lehrlinge“ bereits gibt: „Leonardo da Vinci läuft schon seit 1995, und zwar mit großem Erfolg! Wir fangen beim Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit und im Einsatz für Bildung, Mobilität und das Zusammenwachsen der Europäer nicht bei null an, sondern müssen uns um die bestehenden Programme kümmern und sie finanziell ordentlich ausstatten!“

Pack zeigte sich zufrieden mit der deutlichen Erhöhung des Gesamtbudgets auf fast 14,8 Milliarden, verwies aber auf die zeitweisen Finanzierungslücken während der auslaufenden Programmperiode: „Unser Problem war bislang, dass bereits zugesagte Gelder von den Mitgliedstaaten am Ende einfach nicht ausbezahlt wurden. Der Rat muss dafür sorgen, dass das in Zukunft nicht wieder passiert.“

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