DIE HIER GEÄUSSERTEN MEINUNGEN SIND ANSICHTEN DER NATIONALEN DELEGATION UND ENTSPRECHEN NICHT IMMER DEN ANSICHTEN DER GANZEN FRAKTION

Straßburg. "Weibliche Genitalverstümmelung ist eine systematische Verletzung der Menschenrechte und ein grausames Verbrechen. Es ist eine besonders brutale Form der geschlechterbasierten Gewalt. Schätzungen zufolge sind alleine in Europa rund 180.000 Mädchen und junge Frauen unmittelbar in Gefahr, beschnitten zu werden. Das können wir in keiner Weise dulden. Wir müssen gegen die weibliche Genitalverstümmelung in Europa und weltweit konsequent und ohne weitere Verzögerung vorgehen", sagt ÖVP-Delegationsleiterin Angelika Winzig zur heutigen Plenarabstimmung über eine Resolution für den Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung.

Wir müssen gegen die weibliche Genitalverstümmelung in Europa und weltweit konsequent und ohne weitere Verzögerung vorgehen.
Angelika Winzig MEP

Bei der weiblichen Genitalverstümmelung werden die außenliegenden Geschlechtsorgane teilweise oder vollkommen entfernt und vernäht. Betroffen sind meist junge Mädchen bis zum Alter von 15 Jahren. "Die Folgen dieser aus medizinischer Sicht völlig sinnlosen und schmerzhaften Eingriffe sind nicht nur schwere Verletzungen, an denen die Mädchen auch sterben können. Sie führen oft auch zu langwierigen körperlichen und psychischen Problemen", sagt Winzig.

"Dieses Thema muss sofort zurück auf die Agenda, wir müssen alle uns zur Verfügung stehenden Mittel nutzen", sagt Winzig. "Konsequente Aufklärungsarbeit und Sensibilisierung sind die Grundlage. In Europa ist das auch ein klarer Fall für Polizei und Strafverfolgung. Gegenüber Ländern, wo die weibliche Genitalverstümmelung wie selbstverständlich praktiziert wird, müssen wir auf Diplomatie, Außenpolitik und finanzielle Druckmittel setzen."

Weltweit sind laut UNO mindestens 200 Millionen Frauen in 30 Ländern von der weiblichen Genitalverstümmelung betroffen. Bis 2030 sind 68 Millionen weitere Mädchen in Gefahr, beschnitten zu werden - mit jährlich steigender Tendenz. Nur in Europa leben geschätzte rund 600.000 Opfer dieser Praxis.

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