DIE HIER GEÄUSSERTEN MEINUNGEN SIND ANSICHTEN DER NATIONALEN DELEGATION UND ENTSPRECHEN NICHT IMMER DEN ANSICHTEN DER GANZEN FRAKTION

Brüssel. "Es ist erfreulich, dass die EU-Kommission eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für bestimmte Produkte ins Auge gefasst hat. Doch den Worten müssen jetzt Taten folgen, wir brauchen so rasch wie möglich die angekündigte Folgenabschätzung und einen Gesetzesvorschlag für eine EU-weit verpflichtende Herkunftskennzeichnung - vor allem für Fleisch, Milch, Eier und verarbeitete Lebensmittel. Das ist auch für ein Funktionieren des Green Deal und den Klimaschutz essenziell", sagt Simone Schmiedtbauer, Agrarsprecherin der ÖVP im Europaparlament, nach der Debatte mit Agrarkommissar Janusz Wojciechowski im Agrarausschuss am späten Montagnachmittag. Zudem übt sie Kritik am geplanten EU-Mercosur-Abkommen.

Kurze Wege und frische Produkte sind gut für die CO2-Bilanz und die Konsumenten.
Simone Schmiedtbauer MEP

"Gerade im Hinblick auf die Green Deal Ziele - die angestrebte Klimaneutralität -  setzen wir auf Hausverstand. Regionalität und Saisonalität ist Klima- und Umweltschutz. Kurze Wege und frische Produkte sind gut für die CO2-Bilanz und für die Konsumenten. Mit einer konsequenten Herkunftskennzeichnung ermöglichen wir jedem EU-Bürger, eine aktive Entscheidung zu treffen und eigenverantwortlich die beste Kaufentscheidung für sich selbst, den Klimaschutz und die Landwirte zu treffen. Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger hat unsere volle Unterstützung bei ihrem Einsatz für eine EU-weite Herkunftskennzeichnung. Ohne eine solche wird die Farm-to-Fork-Strategie ihr Ziel verfehlen", sagt Schmiedtbauer.

"Darüber hinaus verweisen wir auf den aufrechten Beschluss des österreichischen Nationalrats, den geplanten EU-Mercosur-Vertrag abzulehnen. Es gibt keinen Grund, daran etwas zu ändern. Brandrodung und geringe bis keine Standards in der Agrarproduktion betreffend etwa Tierwohl, in Europa verbotene Pestizide und Veterinärkontrollen sowie im Umweltschutz qualifizieren südamerikanische Agrarprodukte nicht für den verstärkten Import in die EU. Stattdessen sollten wir uns darum kümmern, die Eigenversorgung mit wichtigen Grundstoffen wie Eiweißpflanzen oder Zucker bei uns daheim sicherzustellen. Das hapert es leider, wie wir derzeit bei den massiven Problemen der Agrana sehen", schließt Schmiedtbauer.

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