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A candle flame following the Yom HaShoah Holocaust Memorial

"Nur lebendige Erinnerung und konsequentes Vorgehen gegen Antisemitismus verhindern diese Verbrechen in Zukunft."

Brüssel, 23. Jänner 2019 (ÖVP-PD) Das Europaparlament begeht bereits heute den Internationalen Holocaust-Gedenktag mit einer hochrangig besetzten Veranstaltung des Europäischen Jüdischen Kongresses (EJC), an der auch Oskar Deutsch teilnimmt, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien.

"Die Erinnerung an diese schwersten Stunden Europas bestimmt unsere Zukunft. Dieses Grauen darf niemals in Vergessenheit geraten", sagt der ÖVP-Europaabgeordnete Heinz K. Becker, Vorsitzender der parteiübergreifenden Arbeitsgruppe gegen Antisemitismus im Europaparlament. "Wir tragen alle Verantwortung, denn nur eine lebendige Erinnerung und ein konsequentes, gemeinsames Vorgehen gegen den Antisemitismus bewahrt die Menschheit vor derartig monströsen Verbrechen in Zukunft."

Brauchen nationale Koordinatoren gegen Antisemitismus und mehr Bewusstseinsbildung in Schulen und Behörden.
Heinz K. Becker MEP

"Für einen effektiven Kampf gegen den Antisemitismus müssen endlich alle EU-Staaten die gemeinsame Antisemitismus-Definition umsetzen, nationale Koordinatoren einsetzen und die Bewusstseinsbildung in Schulen, Polizei- und Justizbehörden fördern. Die österreichische Regierung und Bundeskanzler Sebastian Kurz agieren in diesem Sinne vorbildlich“, schließt Becker.

Oskar Deutsch: "Am Anfang war der Hass"

"74 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers von Auschwitz wird die Shoah immer noch von manchen verharmlost. Andere missbrauchen das Gedenken an die Shoah für politische Zwecke. Nur wenn wir die Opfer in den Mittelpunkt stellen, dann kann das Gedenken zukunftsweisend sein. Und damit meine ich nicht nur die Zahl von sechs Millionen Toten, sondern das individuelle Schicksal jedes einzelnen verfolgten Juden, Roma, Homosexuellen und politischen Dissidenten", sagt Deutsch.

Er erinnert daran, dass die Shoah nicht mit den Gaskammern begonnen habe: "Am Anfang war der Hass. Wenn wir daher sagen "nie wieder", dann müssen wir den Hass und die Ausgrenzung heute ohne Kompromisse und ohne anbiedernde Vergleiche mit der Shoah bekämpfen."

An der Gedenkveranstaltung im Europaparlament nehmen auch Parlamentspräsident Antonio Tajani, EJC-Präsident Moshe Kantor und der US-amerikanische Geschichtsprofessor und Bestsellerautor Timothy Snyder teil. Der Holocaust-Gedenktag selbst ist am 27. Jänner, dem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee 1945.

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